03.09.2004: Vor zehn Jahren schoss Sergej Dikhtiar sein erstes Bundesligator

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Für Charly Neumann bestand am 3. September 1994 keine Zweifel: "Hier ist unser neuer Publikumsliebling", schrie der Mannschaftsbetreuer, während er Sergej Dikhtiar auf den Schultern trug. Der 19-Jähige hatte gerade mit seinem ersten Bundesliga-Treffer die Schalker zu einem 1:0-Auswärtserfolg gegen den TSV München 1860 geführt. Ein vielversprechendes Talent, das den Erwartungen am Ende nicht gerecht wurde.

Geadelt wurde der nur 1,70 m große Ukrainer nach der Partie von Olaf Thon. Das Schalker Idol lobte: "Er hat mich an meine alten Zeiten erinnert, als ich da vorne rumgetanzt bin. Jetzt hat er heute das Siegtor gemacht, aber er muss auf dem Teppich bleiben." Ein angemessener Rat, denn schon damals fiel Dikhtiar nicht nur durch ansprechende Leistungen auf dem Platz auf.

Der Heißsporn, der 1992 von Dynamo Kiew in die Schalker Jugend-Abteilung gewechselt war, eckte sowohl bei A-Jugend-Trainer Klaus Fichtel als auch bei Amateur-Coach Klaus Fischer an. Beide warfen ihm Disziplinlosigkeit vor, Fichtel verbannte ihn sogar aus seinem Team. Dabei war er es, der 1992 den Ukrainer bei einem Turnier in Wettringen (Münsterland) entdeckte. Der Youngster glänzte im Trikot von Kiew und wurde anschließend zu einem Probetraining eingeladen. Dort überzeugte er ebenfalls, so dass Jugend-Manager Bodo Menze in die Ukraine flog, um den Deal perfekt zu machen.

Trainer Jörg Berger wollte nach der guten Vorstellung des Youngsters gegen die Löwen, die Dikhtiar darüber hinaus sieben Wochen später mit einem Tor in der Nachspielzeit aus dem Pokal warf, zwar nicht euphorisch werden, gestand aber ein: "Ich war mit Dikhtiar mehr als zufrieden. Er hatte starke Szenen und bei seinem Treffer bewies er einen guten Riecher." Münchens Keeper Rainer Berg ließ eine Flanke von Nemec nur abprallen, der Schalker war zur Stelle und staubte zum 1:0 ab. Rudi Assauer versprach: "Der hat noch dollere Dinge drauf."

Leider konnte Dikhtiar den Worten des Manager kaum Taten folgen lassen. Immer wieder Probleme mit der Disziplin und einen komplizierter Wadenbeinbruch waren der Grund, warum er bei den Knappen über die Rolle des Jokers nicht hinauskam. 1996 ließ er sich nach 13 Bundesliga-Spielen in Königsblau reamateurisieren und ging zur SG Wattenscheid 09. Mit denen stieg er ein Jahr später in die 2. Liga auf.

Nach einem zweijährigen Gastspiel beim 1. FC Saarbrücken kehrte er 2001 wieder in die Lohrheide zurück, wo er noch einmal zwei Jahre das Wattenscheider Trikot trug. 2003 verließ er das Ruhrgebiet. Er heuerte eine Saison beim SV Meppen an, und schloss sich im Sommer 2004 dem niedersächsischen Oberligisten BV Cloppenburg an.

TSV München 1860 - FC Schalke 04 0:1 (0:1)

1860: Berg, Miller (57. Störzenhofecker), Kutschera, Yanvali, Strogies (52. Lilienberg), Keller, Winkler, Dowe, Trares, Pacult, Seeliger

Schalke: Lehmann, Büskens (74. Herzog), Eigenrauch, Prus, Linke, Müller, Dikhtiar (76. Latal), Nemec, Anderbrügge, Mulder, Thon

Tor: 0:1 Dikhtiar (11.)
Zuschauer: 35.000
SR: Fleske

       
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