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26.08.2004: Vor 18 Jahren stieg Klaus Fichtels Abschiedsspiel
Ernst Kuzorra und Fritz Szepan bekamen eines, Hermann Eppenhoff ebenfalls und auch Berni Klodt wurde diese Ehre zuteil - klare Sache, dass Klaus Fichtel in dieser Reihe nicht fehlen durfte. Und so trafen sich am 26. August 1986 Franz Beckenbauer, Johan Cruyff, Uwe Seeler und andere Stars im Parkstadion, um dem letzten Auftritt von "Tanne" Fichtel im königsblauen Trikot einen würdigen Rahmen zu verleihen. Wobei es nur ein Abschied auf Zeit war ...
Allein diese Tatsache bewies bereits den Stellenwert, den sich Klaus Fichtel über die Jahre erworben hatte: Zu seinem Abschiedsspiel kamen die drei Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft. Während sich Fritz Walter und der damalige Teamchef der DFB-Elf, Franz Beckenbauer, mit der Rolle des Zuschauers begnügten, ließ es sich Uwe Seeler nicht nehmen, 45 Minuten auf dem Platz zu wirbeln. Gar 90 Minuten stand die holländische Fußball-Legende Johan Cruyff auf dem Feld, der erklärte, dass es für ihn eine große Ehre gewesen sei, dass Fichtel an ihn gedacht hätte.
Der Niederländer kickte in einer internationalen Auswahl, die gegen die Schalker Bundesliga-Mannschaft antrat, die von Klaus Fischer, Rolf Rüssmann, Rüdiger Abramczik und Helmut Kremers verstärkt und von Fritz Langner betreut wurde. Unter dem Trainer-General hatte Fichtel am 14. August 1965 sein Bundesliga-Debüt gegeben. Ein unglückliches im übrigen: Durch Fichtels Eigentor verloren die Knappen gegen den VfB Stuttgart mit 0:1.
Beim Abschiedsspiel hingegen traf der 23-malige Nationalspieler ins richtige Tor, am Ende trennten sich beide Teams unentschieden 6:6. Den Höhepunkt der Partie gab es in der 75. Minute, als Schiedsrichter Werner Schütte das Spiel unterbrach, Klaus Fichtel an den Spielfeldrand lief, sein Trikot mit der Nummer fünf auszog und das Dress seinem zwölfjährigen Sohn Christopher, Libero bei Teutonia Waltrop, überstreifte. Anschließend drehte der WM-Teilnehmer von 1970 im Sulky hinter einem Trabrennpferd eine Ehrenrunde.
Während es Franz Beckenbauer hinterher schade fand, "dass ein solcher Mann schon aufhört", Fritz Walter in Fichtel einen tadellosen Sportsmann und Vorbild für die Jugend sah, meinte Uwe Seeler: "Klaus Fichtel verkörpert alles, was es an guten Eigenschaften bei einem Fußball-Profi gibt. Es hört zwar heute auf, aber man soll nie ‚nie' sagen."
Das Hamburger Urgestein sollte Recht behalten. Eineinhalb Jahre später stand Fichtel noch einmal für seinen Verein auf dem Platz. Doch auch der mittlerweile 43-Jährige konnte in der Rückrunde der Spielzeit 1987/88 nicht verhindern, dass Schalke am Ende der Saison absteigen muss. Am 21. Mai 1988 trat Fichtel nach fast 23 Jahren endgültig von der Bühne Fußball-Bundesliga ab.
In der internationalen Auswahl waren aktiv: Dieter Burdenksi (46. Wolfgang Kleff), Berti Vogts (46. Willi Lippens), Ditmar Jakobs (46. Rolf Rüssmann), Uli Stielike, René Vandereycken, Paul Breitner (46. Hans Ettmayer), Johann Cruyff, Uwe Seeler (46. Horst Hrubesch), Gerd Müller (24. Rudi Völler), Felix Magath, Hans Krankl (46. Manni Burgsmüller).
Tore: 0:1 Seeler (2.), 1:1 Fischer (4.), 1:2 Seeler (7.), 1:3 Breitner (16.), 2:3 Täuber (28.), 3:3 Täuber (34.), 4:3 Fichtel (40.), 5:3 Fischer (54.), 5:4 Ettmayer (62.), 5:5 Hrubesch (69.), 6:5 Bistram (82.), 6:6 Völler (88.)
Zuschauer: 20.500
SR: Werner Schütte
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