29.07.2004: Vor 19 Jahren starb Mannschaftsbetreuer Ede Lichterfeld

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Als sich die Schalker 1963 auf das Abenteuer Bundesliga einließen, begann seine Liaison mit dem Kult-Club: 13 Jahre lang war Edmund "Ede" Lichterfeld für Spieler, Trainer und Fans nur "Mister Schalke". Eine Krebserkrankung beendete am 29. Juli 1985 das viel zu kurze Leben des beliebten Mannschaftsbetreuers, der als Duschmittelvertreter zum Verein kam.

"Fußballer müssen sich waschen!" Mit diesem Satz kreuzte Lichterfeld 1963 am Schalker Markt auf. In kürzester Zeit machte sich der damals 20-Jährige bei den Königsblauen unentbehrlich und stieg zum Lizenzspieler-Obmann auf. Er wusch nicht nur die Trikots und hörte sich die Probleme der kickenden Stars an, sondern stand der Vereinsführung auch bei Versicherungsfragen mit Rat und Tat zur Seite.

Lichterfeld wurde Vertrauter der Spieler und des Vorstands zugleich. Ein integerer Mann, der wenig sagte, aber viel wusste. Lichterfeld wurde nicht zuletzt durch den Ausspruch "I am Ede" bekannt. Trainer Rudi Gutendorf hatte vor den Europapokalspielen 1969/70 der Mannschaft Englisch-Unterricht verordnet, damit "die Spieler sich auf dem internationalen Parkett bewegen können".

Die Nachricht vom seinem Tod war für Manager Rudi Assauer ein Schock: "Furchtbar. Er hat mir in den letzten Jahren sehr geholfen." Lichterfeld hatte sich "seinem Verein" in der 80er Jahren wieder angenähert, nachdem Max Merkel 1976 den einflussreichen Betreuer durch Charly Neumann ersetzen ließ.

Ausgerechnet Merkel, der ohne Ede Lichterfeld vielleicht nie bei Schalke gelandet wäre. Der erfolgreiche Versicherungskaufmann bezahlte 1975 10.000 Mark aus eigener Tasche, um den Meistertrainer ins Ruhrgebiet zu locken.

Nach seiner Demission auf Schalke widmete er sich verstärkt dem Trabrennsport. Der ehemalige Sulky-Fahrer übernahm von einem Onkel seiner Frau den Rennstall "Luna", den er zu einer Reihe von Erfolgen führte. Zudem arbeitete er fünf Jahre lang als Kassenprüfer des Trabrennvereins "Gelsentrab", ehe er 1984 in dessen Vorstand gewählt wurde. Damals wusste er bereits, dass er wahrscheinlich nicht mehr lange zu leben hatte. Über seine Krankheit sprach er allerdings nie.

Zwei Jahre vorher hatten die Ärzte Krebs bei ihm diagnostiziert, er musste am Magen operiert werden. Anfang Juli 1985 lag Lichterfeld wieder unter dem Messer. In seiner Bauchspeicheldrüse hatten sich Metastasen gebildet. Drei Wochen später verlor er den Kampf gegen die bösartige Krankheit.

       
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