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08.07.2004: Vor 14 Jahren wurde Thon in Rom Weltmeister

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Die Nationalmannschaft und Olaf Thon: eine Geschichte voller Höhen und Tiefen. Als größtes deutsches Talent seit Jahren gefeiert, debütierte Olaf Thon mit 18 Jahren gegen Malta im Trikot der Nationalelf, drei Mal wurde der Schalker Rekordnationalspieler für eine Weltmeisterschaft nominiert. Allerdings konnte er aufgrund von Verletzungen und Missverständnissen nur einmal bei einer WM glänzen. 1990 hatte er maßgeblichen Anteil daran, dass die DFB-Auswahl ins Finale einzog, was sie am 8. Juli 1990 mit 1:0 gegen Argentinien gewann.

Thons große Stunde schlug im Halbfinale gegen England. Nachdem er in der Vorrunde gegen Kolumbien einen Kurz-Einsatz absolviert hatte, nominierte ihn Teamchef Franz Beckenbauer etwas überraschend für die Anfangsformation. Ein kluger Schachzug: Thon zeigte eine starke Leistung im Mittelfeld und zahlte damit das Vertrauen des Kaisers zurück.

Ein Szenario, von dem er Wochen vor der WM noch nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Zwei Bänderrisse innerhalb von zwei Monaten machten Thon während der Saison zu schaffen, ihm drohte ein ähnliches Schicksal wie 1986. Damals stand er zwar im Aufgebot für das Turnier in Mexiko, doch einen Muskelfaserriss ließ ihn ohne eine Sekunde Spielzeit vorzeitig abreisen.

In der Partie gegen die Engländer war alles Leid vergessen. Thon gestaltete an der Seite von Thomas Häßler das Mittelfeldspiel der Deutschen und übernahm im Elfmeterschießen Verantwortung. Nachdem Bodo Illgner den dritten Strafstoß der Engländer durch Stuart Pearce gehalten hatte, trat der Gelsenkirchener Junge in Diensten von Bayern München an. Kurzer Anlauf, zackiges Wackeln mit den Hüften, und drin war das Ding. Die Deutschen waren mit einem Bein im Finale, Chris Waddle besorgte den Rest. Sein Schuss in den Abendhimmel von Turin bedeutete den Sieg für die Beckenbauer-Elf.

Allerdings folgte wie so oft für Thon bei der Nationalmannschaft die Enttäuschung auf dem Fuße. Im Finale durfte er sich nur warmlaufen, die offensiven Mittelfeldplätze vergab der Trainerstab an Pierre Littbarski und Thomas Häßler, der mit seinem Treffer im Qualifikationsspiel gegen Wales das Erreichen der Endrunde erst ermöglicht hatte. Thon nahm es wie ein echter Sportsmann auf, jubelte mit der Mannschaft und freute sich über den dritten WM-Titelgewinn für Deutschland.

Acht Jahre danach endete die Nationalmannschafts-Karriere (52 Spiele - 40 davon als Schalker Profi) des begnadeten Technikers. Auf Druck der Öffentlichkeit hatte DFB-Trainer Berti Vogts, der nicht unbedingt ein Freund von Thon war, den Schalker zu Beginn des Jahres zurückgeholt. "Der beste Libero muss spielen - und das ist zurzeit Olaf Thon", hatte beispielsweise Führungsspieler Matthias Sammer gefordert.

So nahm Thon 1998 in Frankreich an seiner dritten Weltmeisterschaft teil. Sie endete sowohl für den Abwehrchef als auch für das Team enttäuschend. Im dritten Gruppenspiel entmachtete Vogts zur Halbzeit seinen ungeliebten Libero und ließ fortan Lothar Matthäus auf der Position spielen. Mit mäßigem Erfolg: Im Viertelfinale schied das Team gegen Kroatien mit 0:3 aus. Nach dem Turnier erklärte Thon seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft.

       
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