05.07.2004: Vor 62 Jahren gewannen Kuzorra, Szepan und Co. ihren letzten Titel

< Juli >

M

D

M

D

F

S

S

-

-

-

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

21

22

23

24

25

26

27

28

29

30

31

-

Der Protagonisten des Schalker Kreisels waren in die Jahre gekommen. Ernst Kuzorra war 36, und auch Fritz Szepan (34) sowie Ernst Kalwitzki (32) befanden sich im Herbst ihrer Karriere als Fußballer. Am 5. Juli 1942 zeigten sie noch einmal in einem Finale das legendären Kurzpass-Spiel: Im Meisterschafts-Endspiel gegen Vienna Wien gewannen die Schalker 2:0. Großen Anteil an dem Erfolg hatte ein "schwarzer Panther".

Was zu diesem Zeitpunkt niemand ahnen konnte: Der 2:0-Finalsieg über die Wiener markierte den letzten Auftritt der Schalker in einem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft für 16 Jahre. Der Erfolg über die Österreicher bescherte den Knappen den sechsten Titel aus neun Finalspielen. Immer dabei: Ernst Kuzorra, Fritz Szepan, Hans Bornemann, Ernst Kalwitzki und Ötte Tibulsky.

Der Erfolg über Vienna war eine Genugtuung für die Königsblauen, hatten sie doch im Jahr zuvor gegen Rapid Wien eine empfindliche und für viel Gesprächsstoff sorgende 3:4-Niederlage (siehe Stichtag vom 22. Juni) hinnehmen müssen. Vielleicht war dieses Frusterlebnis mit ein Grund, warum Schalke mit viel Nervosität in die Partie ging. Die Knappen besaßen große Probleme im Spielaufbau, Vienna Wien hingegen entwickelte zwar viel Druck, ließ jedoch vor dem Tor Entschlossenheit vermissen.

Etwas überraschend gelang Ernst Kalwitzki in der 12. Minute das 1:0. Einen langen Ball erwischte der Torjäger und erzielte seinen zehnten Treffer in einem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft.

Die Begegnung wurde härter. Schiedsrichter Bouillon musste immer wieder die Partie unterbrechen. Gelungene Spielzüge waren Mangelware, und so überraschte es nicht, dass der zweite Treffer aus einem Fehler des Gegners resultierte. Viennas Keeper Ploc konnte drei Minuten vor der Pause einen Ball nicht festhalten, Szepan hatte daraufhin keine Mühe, das Leder zum 2:0 über die Linie zu drücken.

Plocs Gegenüber indes hatte einen glänzenden Tag erwischt. Heinz Flotho, ein so genannter Gastspieler, der für den im Krieg verwundeten Hans Klodt das Tor hütete, bewahrte mit einige erstaunliche Paraden die Schalker vor einem Gegentor. Viennas überragender Stürmer Decker verzweifelte mit der Zeit. Egal, wo er hinzielte, der "schwarze Panther" vom VfL Osnabrück war schon da.

Flothos sensationelle Reaktionsfähigkeit hatte er bereits auf dem Weg in dieses Finale unter Beweis stellen können. Insgesamt hielt er in vier von fünf Endrundenpartien seinen Kasten sauber. Lediglich beim 9:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern musste er hinter sich greifen. Die Walter-Brüder Fritz und Ottmar, die zwölf Jahre später in Bern überraschend Fußball-Weltmeister werden sollten, überwanden ihn dreimal, erhielten aber sonst eine Lehrstunde von den Knappen.

Die letzte Viertelstunde der Partie gegen die Wiener gehörte dann den Schalkern. Zwar gelang ihnen kein weiteres Tor, doch sie konnten sich nach dem Abpfiff über die sechste deutsche Meisterschaft freuen. Damit zog der Club aus der Stadt der tausend Feuer mit dem 1. FC Nürnberg, der den deutschen Fußball in den 20er Jahren beherrscht hatte, gleich.

FC Schalke 04 - Vienna Wien 2:0 (2:0)

Schalke 04: Flotho, Hinz, Schweisfurth, Bornemann, O. Tibulsky, H. Burdenski, Kalwitzki, Szepan, Eppenhoff, Kuzorra, Barufka

Vienna: Ploc, Kaller, Schmaus, Kubicka, Sabeditsch, Jaburek, Bortoli, Decker, Holeschofsky, Lechner, Erdl

Tore: 1:0 Kalwitzki (12.), 2:0 Szepan (42.)

Zuschauer: 90.000
Schiedsrichter: Bouillon

       
Historisches Internetangebot des FC Schalke 04 | DatenschutzImpressum