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04.07.2004: Vor 50 Jahren wurde Berni Klodt als "12. Mann" Weltmeister
Das Wunder von Bern: Am 4. Juli gewann Deutschland durch einen 3:2-Sieg gegen den haushohen Favoriten Ungarn die Weltmeisterschaft. Den Triumph im Wankdorfstadion erlebte Schalkes damaliger Kapitän Berni Klodt nur von der Bank aus. Für ihn lief Helmut Rahn auf, doch für Trainer Sepp Herberger war Klodtmaßgeblich an dem sensationellen Titelgewinn beteiligt.
Nach dem Endspiel nahm der Mann in dem zerknitterten Trenchcoat den Rechtsaußen Klodt zur Seite. "Du bist der 12. Weltmeister", sagte Herberger und drückte ihm die WM-Medaille in die Hand. Der Bundestrainer brachte damit zum Ausdruck, wie wichtig der damals 28-Jährige in den Wochen während des Turniers für die DFB-Auswahl war.
Als Stammspieler in die Weltmeisterschaft gestartet, stellte er in der ersten Partie gegen die Türkei (Endstand: 4:1) seine Gefährlichkeit im Angriff unter Beweis. Klodt erzielte kurz nach der Halbzeit das ungemein bedeutsame 2:1 und verhalf damit der deutschen Elf zu einem gelungenen Start ins Turnier.
Gegen Ungarn schonte Herberger einige seiner Stammkräfte, darunter auch Klodt, die B-Elf ging gegen den Favoriten mit 3:8 unter. Im Entscheidungsspiel um den Einzug ins Viertelfinale war der Schalker indes wieder dabei. Beim 7:2 gegen die Türkei machte er Druck über die rechte Seite, musste sich jedoch hinterher anhören, etwas zu eigensinnig gewesen zu sein. Dennoch war es eine Überraschung, dass gegen die Jugoslawen auf einmal Rahn statt Klodt stürmte.
Der Trainer-Fuchs setzte gegen die physisch starken Kicker vom Balkan eher auf den robusten Essener als den trickreichen Gelsenkirchener. Rahn traf kurz vor dem Ende der Partie zum 2:0 und durfte anschließend auch im Halbfinale gegen Österreich ran. Klodt war geknickt, stellte jedoch das Wohl des Kollektivs über das eigene. "Bei einem solchen Erfolg ist es doch ganz gleich, wer eingesetzt wird. Die Hauptsache ist jedoch, wir haben gewonnen."
Herberger kannte die loyale Einstellung von Klodt sowie das aufbrausende Temperament von Rahn. Vielleicht fürchtete er um die Stimmung im Team, baute auf das Selbstvertrauen des Bauchmenschen aus Essen und seine lichten Momente, die eine Begegnung entscheiden konnten. So schickte er Rahn statt Klodt auf das Feld. Keine schlechte Wahl: Der immer etwas eigensinnig agierende RWE-Stürmer war im Finale zweimal erfolgreich. Deutschland wurde Weltmeister.
Dass Klodt in Bern nicht in der Anfangsformation stand - Auswechslungen gab es damals nicht -, war für die Schalker nebensächlich. Bei seiner Ankunft in Gelsenkirchen wurde Berni Klodt frenetisch bejubelt. Der schüchterne Fußballer konnte es kaum fassen. Wie bei einer Meisterfeier säumten unzählige Menschen die Straßen der Stadt. Sie verneigten sie vor einem untadeligen Sportsmann, der viel mehr als "nur" den Jules-Rimet-Pokal gewann.
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