|
05.02.2004: 1:1 gegen Eintracht Frankfurt - Auch späterer Vize-Meister Schalke 04 kann Frankfurter Serie nicht stoppen
In der Saison 1976/77 fehlte den Knappen in der Endabrechnung nur ein Punkt zur Deutschen Meisterschaft. Ins Titelrennen hatte die damals von Trainer Friedel Rausch betreute Mannschaft trotz eines 7:0 in der Hinrunde bei Bayern München allerdings erst in der Schlussphase eingegriffen. Als die Knappen am 5. Februar 1977 im Parkstadion gegen Eintracht Frankfurt über ein 1:1 nicht hinaus kamen, schien einzig die Teilnahme am UEFA-Cup ein realistisches Ziel.
Die Hessen hatten in der Hinrunde im Abstiegskampf gesteckt. Erst nach der Verpflichtung von Trainer Gyula Lorant, der im Jahr 1979 mäßig erfolgreich für die Königsblauen arbeiten sollte, ging es mit der launischen Diva von Main aufwärts. Insgesamt sollten die Hessen vom November 1976 bis zum Saisonende in 21 Partien in Folge ungeschlagen bleiben - so auch bei ihrem Auftritt im Parkstadion.
Das Team von Trainer Friedel Rausch hingegen schien die frühlingshaften Temperaturen im Februar nicht zu verkraften. "Wir haben den Sieg in der ersten Halbzeit verschlafen", schimpfte der Coach nach dem Schlusspfiff. Vor allem das hochgelobte Mittelfeld mit Hannes Bongartz und Branko Oblak enttäuschte. Die beiden Nationalspieler verzögerten eher die Angriffsbemühungen, als dass sie das Spiel schnell machten. Lediglich der junge Ulrich Bittcher sorgte für etwas Dynamik im Mittelfeld.
Folgerichtig hatten die Gastgeber zwar die erste Möglichkeit, Jupp Koitka klärt mit einem Reflex einen Kopfball von Klaus Fischer, aber die Frankfurter gingen in Führung. Wobei sie die Helmut Kremers zu verdanken hatten. Er wollte das Leder über das Tor von Enver Maric heben, zielte aber zu niedrig - 0:1 (30.) aus Schalker Sicht.
Es dauerte bis zur 50. Minute, ehe sich die Kicker in Blau von dem Schock erholten. Etwas überraschend fiel das 1:1. In Anschluss an eine Ecke von Oblak bekam Gert Trinklein das Spielgerät nicht aus der Gefahrenzone, Bongartz passt den Ball zu Rolf Rüssmann, der volley aus acht Metern zum Ausgleich trifft.
Wer zu diesem Zeitpunkt dachte, nun würden die Schalker endlich aufwachen und die Begegnung doch noch für sich entscheiden, wurde bitter enttäuscht. Ganz im Gegenteil: Bernd Hölzenbein hatte sogar zwei gute Möglichkeiten, die Frankfurter wieder in Führung zu bringen, vergab jedoch beide. Und weil zudem Roland Weidle in der 79. Minute einen Fischer-Kopfball auf der Linie klärte, der Schalker Mittelstürmer drei Minuten vor dem Ende einen Ball am langen Eck vorschoss, musste Friedel Rausch erkennen: "Das heutige Spiel hat gezeigt, dass wir noch einen weiten Weg zur Spitzenmannschaft vor uns haben."
Dies bewiesen die Knappen auch im weiteren Saisonverlauf: Glanzvollen Siegen gegen den späteren Meister Borussia Mönchengladbach oder ein furioses 7:1 beim Karlsruher SC folgten ein 2:3 zuhause gegen Eintracht Braunschweig oder ein peinliches 0:1 gegen den 1. FC Saarbrücken. Am letzten Spieltag hätten die Knappen dennoch Deutscher Meister werden können. Doch nach einem 4:2 gegen Borussia Dortmund hofften die Königsblauen vergeblich auf eine Gladbacher Niederlage bei Bayern München. Die Niederrheiner sicherten sich mit einem 2:2 den Meistertitel
FC Schalke 04 - Eintracht Frankfurt
Zuschauer: 25.000
SR: Engel
Schalke: Maric, Sobieray (78. Dubski), Fichtel, Rüssmann, H. Kremers, Bittcher, Bongartz, Oblak (78. Gede), Abramczik, Fischer, E. Kremers.
Frankfurt: Koitka, Trinklein, Körbel, Neuberger, Stepanovic, Weidle, Nickel, Grabowski, Kraus (54. Reichel), Hölzenbein, Wenzel.
Tore: 0:1 (30., ET) H. Kremers, 1 :1 (50.) Rüssmann.
|