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04.02.2004: Vor 35 Jahren wurde Michael "Magic" Prus geboren
Spielmacher werden auf Schalke bewundert, Torjäger verehrt, aber vor allem Malocher werden geliebt. Einer dieser Profis ist Michael Prus, der von 1986 bis 1996 für die Königsblauen spielte und dabei einen Rekord der ganz besonderen Art aufstellte.
"Ginge es nach Charakter, hätte Michael immer spielen müssen." Dieser Satz stammt von Jörg Berger und zeigt die Wertschätzung, die Prus im und rund um das Parkstadion entgegengebracht wurde. Der stets bescheiden auftretende Manndecker stellte nie hohe Ansprüche, sondern konzentrierte sich hundertprozentig auf seinen Job. Die Fans schlossen den 1,78 m großen Spieler in ihr Herz und adelten ihn durch einen Spitznamen, der seine sachliche Spielweise mit flapsiger Ironie konterkarierte: "Magic" war für die Anhänger ein echter Schalker.
Michael Prus kam 1986 als Junioren-Nationalspieler nach Gelsenkirchen und durchlebte Höhen sowie Tiefen des Vereins. Er war beim letzten Bundesliga-Abstieg 1988 dabei, half 1989 mit, den Absturz in die Amateurklasse zu verhindern, stieg 1991 mit den Königsblauen wieder in die Bundesliga auf und war ebenfalls daran beteiligt, als das Team von Jörg Berger 1996 in den UEFA-Cup einzog. Dabei gehörte er nicht immer zur Stammformation, was ihn jedoch nicht demotivierte. "Auch als Reservist hat er sich immer vorbildlich verhalten", so Berger.
Allerdings: In 120 Bundesligaspielen gelang ihm kein einziges Tor. "Eigentlich wollte ich ja noch so lange bleiben, bis ich endlich ein Tor erziele", erklärte der gebürtige Rheiner, kurz bevor er 1996 zum SV Meppen wechselte. Damit stehen in den Chroniken des Vereins lediglich zwei Treffer zu Buche, die Michael Prus am 29. November 1988 beim 7:1-Sieg im DFB-Pokal gegen Saar 05 Saarbrücken erzielte. Gleich in der Anfangsphase gelangen ihm zwei Treffer und als die Königsblauen gegen den Amateurligisten kurz vor der Halbzeit einen Elfmeter erhielten, forderten die 6.000 Besucher auf den spärlich besetzten Ränge des Parkstadion unmissverständlich einen Schützen: "Pruuuus!" Doch der designierte Strafstoßschütze Andreas Müller ließ sich nicht erweichen und verwandelte zum 3:0.
In Emsland, nur 50 Kilometer von seinem Heimatort Rheine entfernt, passierte es dann: Am 14. April 1997 markierte Prus zehn Minuten vor dem Ende in der Zweitligapartie gegen die Stuttgarter Kickers den 1:1-Endstand. Riesenjubel auf der Tribüne, wo nicht nur Meppen-Fans die Arme in die Höhe reckten. Ein paar Schalker waren an jenem Montag nach Meppen gereist und freuten sich mit "Magic" über dessen erstes - und einziges - Punktspieltor.
1998 kehrte er Meppen den Rücken und schloss sich dem Regionalligisten Eintracht Trier an, mit dem er 2002 in die 2. Liga aufstieg. Im Sommer 2003 beendete er nach 302 Partien im bezahlten Fußball seine Karriere. Es war keine Laufbahn, die die ganz großen Höhen erreichte, aber immerhin avancierte Michael Prus zu einer der ersten "Kultfiguren", bevor der Begriff inflationär gebraucht wurde.
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