03.02.2004: Vor 43 Jahren wurde Ilyas Tüfekci geboren

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Mit Hamit Altintop, der zwar in Gelsenkirchen geboren wurde aber einen türkischen Pass besitzt, begeistert momentan ein Türke die Schalker Vereinsfamilie. Zwei Tore erzielte der 21-Jährige bei seinem Bundesliga-Debüt (2:2 gegen Borussia Dortmund) für die Königsblauen. Eine Kunststück, das auch Ilyas Tüfekci gelang. Der damals 22-Jährige traf beim Bundesliga-Auftakt der Saison 1982/83 gegen Borussia Mönchengladbach zweimal (Endstand: 4:2 für die Rheinländer). Tüfekci war der erste türkische Profi auf Schalke.

Er sollte mehr als eine Integrationsfigur für die vielen türkischen Landsleute im Ruhrgebiet sein: Ilyas Tüfekci kam im Sommer 1981 mit viel Vorschusslorbeeren nach Gelsenkirchen. Während seiner ersten zwei Spielzeiten beim VfB Stuttgart erzielte er in 27 Spielen 13 Tore. Mit ihm wollte der Verein nach dem Abstieg in die 2. Liga den Wiederaufstieg realisieren. Ein Zielsetzung, die er sofort verinnerlichte. "Schalkes Aufstieg ist Pflicht", verkündete ein selbstbewusster Tüfekci bei der Vertragsunterzeichnung. "Und wenn ich die Tore mache, werde ich der Liebling des Publikums."

Das gelang anfangs recht gut. Der türkische Nationalspieler war in 30 Einsätzen siebenmal erfolgreich und leistete damit einen gehörigen Anteil am Rückkehr ins Fußball-Oberhaus. Der quirlige Stürmer war trotz seiner Größe von 1,64 m kopfballstark und ein echter Strafraumspieler. Auf dem Trainingsplatz war er ähnlich motiviert wie bei einem Bundesligaspiel, Tüfekci gab immer einhundert Prozent.

Nach seinem Raketenstart in der Bundesliga (drei Tore in zwei Spielen) wurde es ruhiger um den Türken, der in Berlin aufwuchs. Sowohl Siggi Held als auch nach dessen Entlassung Jürgen Sundermann setzten ihn nur noch als "Joker" ein. Für sie war er ob seiner Größe nicht der ideale Mann für das Sturmzentrum, so wurde er stets ins Mittelfeld oder auf die Außenbahn beordert. Eine Entscheidung, die für Tüfekci schwer nachvollziehbar war. "Ich habe ein gutes Kopfballspiel. Ich muss einfach vorne drin spielen. Dort fühle ich mich am wohlsten."

Seine Befinden auf Schalke hingegen wurde im Laufe der Saison 82/83 immer schlechter. Parallel zur sportlichen Talfahrt ging es mit Ilyas Tüfekci bergab. Das Reservistendasein nagte an dem ehrgeizigen Akteur, der sich auf Schalke unter Wert verkauft sah. Als der zweite Abstieg nach der Niederlage in der Relegation gegen Bayer Uerdingen feststand, setzten der Spieler und Vereinsführung zusammen. Beide Parteien einigten sich darauf, dass Tüfekci eine Luftveränderung gut tun würde. Er wechselte daraufhin zu Fenerbahce Istanbul.

Kurz nachdem der Abschied feststand, ereignete sich eine Tragödie im Leben des Torjägers. Seine ehemalige Verlobte nahm sich das Leben, die Gelsenkirchenerin erhängte sich im Haus ihrer Eltern.

       
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